Der Nationalpark Gesäuse in der Steiermark zählt mit zu den beliebtesten Wander-Zielen Österreichs. Ewig lange hatte ich dort wandern zu gehen auf meiner Österreich-Bucketlist und ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, warum ich nicht viel früher schon dort gewesen bin. 🙈 Immerhin ist das Gesäuse mit einer Fahrzeit von nur ca. 2,5 Stunden mit dem Auto von Wien aus ideal für einen Wochenendausflug oder Kurztrip!
Vor einiger Zeit hatte ich ja beschlossen, mehr in Österreich unterwegs sein zu wollen. Und ich würde sagen, dass ich dieses Vorhaben in den letzten Jahren auch schon recht erfolgreich in die Tat umgesetzt hab. Im Herbst 2025 war ich zB. für knapp 2 Wochen in Innsbruck – meine Erfahrungen von dort & Empfehlungen könnt ihr in diesem Blogpost nachlesen: 12 Tage Innsbruck – best things to do
Um noch mehr von Österreich zu sehen, hat es sich dann also so ergeben, dass ich innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Mal im Nationalpark Gesäuse wandern war.
Beide Male war es nur über ein Wochenende, deshalb standen auch keine allzu langen und anspruchsvollen Wanderungen am Plan. Dafür haben wir beide Male auf einer Hütte übernachtet.
In folgendem Blogpost möchte ich also meine persönlichen Empfehlungen für Wanderungen und Hütten im Nationalpark Gesäuse mit euch teilen.
Inhalte des Beitrags
Wanderung zum Admonter Haus
Die erste Wanderung im Gesäuse hat uns zum Admonter Haus geführt. Auch wenn es einige ganz schön steile Stücke gibt (sind doch knapp 900 Höhenmeter auf eine eher kürzere Distanz), würde ich sagen, dass diese Wanderung nicht allzu schwer ist. Das Berg-Panorama ist nicht nur unterwegs, sondern auch oben angekommen, traumhaft schön. Da kann man gut und gerne 2-3 Pausen mehr machen, um die Gegend auf sich Wirken zu lassen und immer wieder Kraft zu tanken.
Das Admonter Haus gilt als höchstgelegene Hütte des Gesäuses bzw. der Ennstaler Alpen. Wie ihr auf dem Foto unten sehen könnt, führt keine befahrbare Straße zum Haus. Eine Materialseilbahn gibt es auch nicht. Die Versorgung mit Verpflegung und allem was gebraucht wird, um die Hütte zu bewirtschaften, erfolgt per Hubschrauber oder zu Fuß.

Wanderung
- Startpunkt: Buchauer Sattel (Adresse: Buchau 39, 8913 Weng im Gesäuse)
- Dauer: 2,5 Stunden – 4,8 km – 890 hm
- Pause unterwegs: Grabner Alm
Unser Startpunkt war der Parkplatz am Buchauer Sattel (Achtung, gebührenpflichtig!). Der Beschilderung vom Wanderweg 636 gefolgt, geht es gemütlich los über ein kleines Wiesenstück, bis man schnell in den Wald eintaucht. Die Wanderung verläuft zuerst die meiste Zeit im Wald, später viel auf Almen und Freiflächen. Unterwegs begegnet man also auch immer wieder Kühen, Ziegen oder auch Pferden. Passt also bitte gut auf und achtet auf eine Leine, falls ihr mit Hund unterwegs seid!


Weil die Wanderung zum Admonter Haus doch sehr beliebt ist, würde ich euch empfehlen, diese zu Wochenbeginn oder unter der Woche in Angriff zu nehmen. An den Wochenenden kann nämlich ganz schön viel los sein.
Wir sind an einem frühen Sonntag Nachmittag losgegangen und haben dann oben im Admonter Haus übernachtet. Deshalb war beim Aufstieg auch nicht allzu viel los. Die meisten waren zu dem Zeitpunkt nämlich mit ihrem Tagesausflug schon wieder fertig und auf dem Weg hinunter ins Tal.




Als Zwischenstopp am Weg nach oben bietet sich auf ca. halber Strecke die Grabner Alm gut an. Achtung: Montag Ruhetag!
Deshalb konnten wir da bei unserem Abstieg ins Tal auch nicht mehr einkehren. Waren aber froh, dass wir am Vortag (Sonntag) beim Hinaufgehen kurz eingekehrt sind. 🙂 Bis zur Grabner Alm geht es recht gemütlich dahin, ab da folgt dann der steilste Teil der Wanderung zum Admonter Haus.




Admonter Haus + Übernachtung
Oben am Admonter Haus angekommen, darf first things first eine Belohnung für die Wanderung natürlich nicht fehlen – mein all time favourite in den Bergen: Kaspressknödelsuppe!!
Während der Wind ganz schön pfeifen kann, da die Hütte auf einer Kuppe liegt, tut’s sehr gut sich von Innen zu Wärmen und an der Hausmauer Sonne zu tanken.





Unser ursprünglicher Plan war es, an einem Samstag im Admonter Haus zu übernachten. Schnell haben wir allerdings gemerkt, dass das spontan nicht mehr ganz so easy wird. 🙈 Sobald die Wandersaison im Mai losgeht, sind die Samstage bis in den Oktober hinein natürlich am beliebtesten – für Ausflüge am Wochenende. So waren die Betten bei unserer ersten Anfrage für einen Samstag Ende August allesamt belegt!
Da wir zeitlich flexibel waren, sind wir dann einfach auf den Sonntag ausgewichen (was sich eh als bessere Option herausgestellt hat). Über die Website des Admonter Hauses haben wir die Kontaktdaten von Gottfried, dem Wirt, erfragt und bzgl. der Reservierung mit ihm direkt Kontakt aufgenommen.
Wie in den meisten Berghütten gibt es auch im Admonter Haus Matratzenlager, sprich Mehrbettzimmer, die man sich gegebenenfalls mit anderen Gästen teilt.
Am Sonntag unseres Besuchs war nicht allzu viel los, das heißt es gab nur wenige andere Übernachtungsgäste. Das macht das Zusammensitzen in der Gaststube dann immer etwas gemütlicher und man kommt auch leicht ins plaudern.


Zur Übernachtung kann man im Admonter Haus auch Frühstück bzw. Halbpension dazubuchen. Viele Gerichte haben nepalesischen Einfluss, gemixt mit österreichischer Hausmannskost. Es wird hauptsächlich auf regionale Zutaten gesetzt. Untertags kann man aus einer ausreichenden, aber überschaubaren Karte aus verschiedenen Speisen wählen. Abends gibt es zur Halbpension dann einen Vorschlag des Hauses. Üblicherweise gibt es auch immer vegetarische bzw. vegane Optionen zur Wahl. Unbedingt benötigte Ersatzprodukte sind aber bitte selber mitzubringen, wird auf der Website des Admonter Hauses drauf hingewiesen! 🙂
Frühstück wird in Form eines kleinen Buffets serviert, wo es einem an nichts fehlt, um gestärkt die Wanderung zurück ins Tal anzutreten. Besonders das Brot war unglaublich gut!!



Rund um’s Admonter Haus
Admonter Warte
Vom Admonter Haus kann man noch einige weitere Touren in Angriff nehmen.
Schon in nur ca. 10 Minuten erreicht man die Admonter Warte gehen. Von der Admonter Warte aus hat man einen unglaublich beeindruckenden Rundumblick auf die Bergwelt des Gesäuses und darüber hinaus. Von der Warte aus wirkt das Admonter Haus plötzlich recht klein, was es eigentlich echt nicht ist.



Tipp: von diesem Bankerl auf der Admonter Warte aus, kann man der Sonne perfekt beim Untergehen hinter den Bergen zuschauen! Leider haben sich die Wolken in unserem Fall sehr verdichtet und komplett zugezogen, sodass wir keinen rundum perfekten Sonnenuntergang erleben konnten. Als hätte man uns eine Entschädigung dafür bieten wollen, hatten wir aber echt Glück, dass die Sonne genau dann und nur dort für ein paar Minuten zu sehen war, als sie hinter den Berggipfeln verschwunden ist. Das war auch richtig besonders! :’)


(Richtung) Natterriegel und Mittagskogel
Man kann vom Admonter Haus auch noch in die andere Richtung wandern, auf den Natterriegel und Mittagskogel. Ganz oben waren wir da zwar nicht mehr (einige Pfade erfordern da Kletterausrüstung, glaube ich?), allerdings haben wir die Gegend ein wenig ausgekundschaftet. Denn wir wollten uns für den nächsten Morgen einen perfekten Platz suchen, um den Sonnenaufgang zu schauen. Und wie die Fotos im nächsten Abschnitt zeigen, haben wir diesen auf jeden Fall gefunden! Early wake up call – sowas von worth it!! :,)

Sonnenaufgang am Berg
Eins kann ich euch sagen: wenn ich irgendwo an einem besonderen Ort bin und die Wettervorhersage zum Sonnenaufgang gut ist – niemals würde ich so eine Gelegenheit einfach verschlafen und mir nicht früh den Wecker stellen! Niemals! Schlaf kann man später immer noch nachholen, besondere Momente aber nicht!
So war es zum Glück auch im Gesäuse. Wecker war für 04:30 Uhr gestellt. Ausgerüstet mit einer Stirnlampe, Schlafsack zum Wärmen und ein paar Snacks, haben wir uns gegen 5:00 Uhr auf den Weg zu dem am Vortag ausgekundschafteten Platz gemacht.


Dieses kleine Plateau war echt ideal, von da aus hatten wir einen perfekten Blick auf die Sonne.
Viel mehr kann ich dazu an dieser Stelle echt nicht sagen, außer – ein absoluter Traumstart in den Tag!





Nach dem wunderschönen Sonnenaufgang und der Stärkung beim Frühstück, ging es für uns dann wieder hinunter ins Tal und zurück nach Wien.


Wanderung zum Buchsteinhaus
Ungefähr ein Monat nach der Wanderung zum Admonter Haus ging es für mich nochmal in den Nationalpark Gesäuse. Dieses Mal stand eine Wanderung zum Buchsteinhaus am Plan und auch da wollten wir wieder oben am Berg übernachten.
Wanderung
- Startpunkt: Parkplatz Buchsteinhaus (Adresse: Gstatterboden 103, 8912 Johnsbach)
- Dauer: ca. 3,5 bis 4 Stunden – 5,9 km – 975 hm
- Pause unterwegs: keine Einkehrmöglichkeit in einem Gasthaus, aber genug Bänke um mitgebrachte Jause zu snacken
Vom Parkplatz Buchsteinhaus (auf Google Maps eingezeichnet, gleich neben dem Campingplatz Forstgarten) folgt man der Beschilderung nach dem Wanderweg 641. Der führt erst an der Bundesstraße und an der Enns entlang. Schließlich biegt man aber relativ schnell schon rechts ab und startet den richtigen Anstieg.
Im Vergleich zur Wanderung zum Admonter Haus hat mir die Wanderung zum Buchsteinhaus nicht ganz so gut gefallen bzw. nicht ganz so viel Spaß gemacht. Dadurch, dass der Weg die meiste Zeit durch den Wald führt, hat man kein wirklich schönes Panorama, welches man beim Aufstieg genießen kann. Noch dazu muss man sich im späteren Verlauf durch zig Serpentinen schlängeln, die gefühlt gar kein Ende nehmen. 🙈 Nach der letzten Kehre hat man es aber geschafft – raus aus dem Wald und endlich taucht das Buchsteinhaus auf. Gleichzeitig bekommt man mit dem Verlassen des Waldes auch einen beeindruckenden Blick auf die Berge. Das macht den zähen Aufstieg definitiv wieder wett!





Buchsteinhaus + Übernachtung
Die Übernachtung im Buchsteinhaus haben wir im Vorhinein online über die Webseite des Buchsteinhauses gebucht. Über das Buchungstool geht das ganz einfach und schnell, weil man auch gleich sieht an welchem Tag noch wieviele Plätze im Matratzenlager frei sind.
Ursprünglich wollten wir zuerst auch an einem Samstag raufwandern. So spontan (also ein paar Tage vorher) war allerdings natürlich auch nichts mehr frei. Daraufhin haben wir umdisponiert und die Übernachtung für Freitag gebucht. Das heißt wir mussten die Wanderung zwar nach der Autofahrt aus Wien noch in Angriff nehmen. Im Endeffekt war das aber nicht so schlimm. Und super ist halt, dass auch freitags nie so viel los ist, wie samstags. So haben die Wirte uns eines der 6-er Zimmer für uns alleine gegeben (wir waren zu 3. unterwegs) und uns nicht zu anderen Gästen „gesteckt“. Mit insgesamt 50 Betten auf mehrere Zimmer aufgeteilt, ist das Buchsteinhaus doch recht groß.
Bitte beachtet, dass auch hier eine Hüttenschlafsackpflicht gilt! 🙂





Wie auch im Admonter Haus, gibt es im Buchsteinhaus die Möglichkeit zusätzlich zur Übernachtung noch Frühstück oder Halbpension (Frühstück & Abendessen) dazu zu buchen.
Frühstück wird auch hier in Form eines kleinen Buffets serviert, abends gab es 3-4 Speisen zur Wahl.





Rund um’s Buchsteinhaus
Vom Buchsteinhaus kann man noch weiter auf den Großen Buchstein (2.224 Meter) oder die St. Gallener Spitze (2.144 Meter) wandern bzw. klettern. Beides haben wir nicht mehr gemacht. Haben uns nur sowohl für Sonnenuntergang als auch Sonnenaufgang einen netten Platz ganz in der Nähe des Buchsteinhauses gesucht.
Wie die untergehende Sonne die Berggipfel rot färbt – unglaublich schön!


Der Nationalpark Gesäuse gilt übrigens als einer der lichtärmsten Orte Österreichs. Aufgrund der geringen Luftverschmutzung und der abgeschiedenen Lage, kann man hier in klaren Nächten einen traumhaften Sternenhimmel beobachten. Mit freiem Auge kann man hier bis zu 6000 Sterne, die Milchstraße, Planeten oder auch die Perseiden bestaunen. Immer wieder gibt es deshalb auch speziell geführte Nachtwanderungen oder Astrofotografiekurse. Auf der Webseite des Gesäuses könnt ihr euch dazu im Detail informieren.
Ausgestattet mit unseren Schlafsäcken und Decken haben wir es uns damals auf der Terrasse des Buchsteinhauses gemütlich gemacht und Stunden damit verbracht, einfach nur in den Himmel zu starren und zu plaudern.


Sonnenaufgang am Berg
Auch hier durfte natürlich der frühe Wecker nicht fehlen, um den Sonnenaufgang am Berg nicht zu verpassen. Die Wettervorhersage war zwar etwas unsicher und durchwachsen, wir hatten dann aber doch Glück, dass die Wolkenfelder nicht zu dicht waren. Gleich neben dem Buchsteinhaus gibt es einen kleinen Hügel, auf den wir raufgegangen sind. Mit einem warmen Tee und unseren Schlafsäcken (es war ganz schön windig!) haben wir es uns auf einem kleinen Vorsprung gemütlich gemacht und gewartet bis die Sonne hinter dem Berg hervor kam.





Nach dem Sonnenaufgang gab’s wieder ein ausgiebiges Frühstück, sowie dann den Abstieg hinunter ins Tal. Dieses Mal ging es aber nicht gleich wieder zurück nach Wien. Wir haben noch eine weitere Nacht im Gesäuse verbracht.

Lahn Alm
Nachdem wir an einem Freitag im Buchsteinhaus übernachtet hatten, blieben wir am Samstag noch in der Nationalpark Gesäuse Lodge. Sonntag wollten wir uns vor der Heimfahrt nach Wien auch noch ein wenig die Beine vertreten und den Tag im Gesäuse ausnutzen. Eine Freundin hat uns dann die Lahn-Alm empfohlen – ein Blockhütten-Gasthaus in traumhafter Almidylle. Kitschige Postkartenmotive und herzhafte Schmankerl inklusive!
Die Wanderung zur Lahn Alm ist eine sehr gemütliche Wanderung, die eigentlich auch als „Spaziergang“ bezeichnet werden könnte. Es geht relativ ebenerdig dahin, ohne viele Höhenmeter überwinden zu müssen und ist deshalb auch für Familien mit Kindern und ältere Personen gut geeignet.
In der Nähe des Buchauer Sattels, von Admont Richtung St. Gallen fahrend, befindet sich auf der linken Seite ein Parkplatz, der beschildert ist und den Weg zur Lahn-Alm anzeigt. Von diesem Parkplatz aus ist man bereits in gut 30 Minuten inmitten der perfekten Almidylle.
Tipp: In den Sommermonaten gibt es jeden Sonntag gegen Voranmeldung ein großes Almfrühstück! Wir waren leider zu spät dran, bei einem nächsten Besuch im Gesäuse würde ich es aber auf jeden Fall so timen, dass sich das ausgeht!






Übernachten im Gesäuse – Tal
Der Nationalpark Gesäuse ist nicht nur für kurze Ausflüge über’s Wochenende, sondern auch für mehrtägige Weitwanderungen sehr beliebt. Allen voran gibt es da etwa die „Gesäuse Hüttenrunde“, die in 8 Tagen, vorbei an 7 Hütten, quer durch’s ganze Gesäuse führt. Egal ob euer Besuch im Nationalpark von kurzer oder längerer Dauer ist, es kann gut sein, dass ihr entweder vor euren Wanderungen oder danach nicht unbedingt eine (lange) Autofahrt auf euch nehmen möchtet.
Deshalb kann ich euch an dieser Stelle noch 2 Unterkünfte im Tal empfehlen. Diese bieten sich entweder für den Tag vor eurer geplanten Wanderung ganz gut an – um am Tag selber ausgeschlafen, ausgeruht und fit zu sein. Oder für den Tag nach der Wanderung (und Übernachtung am Berg) – falls ihr die Heimreise noch nicht gleich wieder antreten wollt. Beide Varianten hatte ich so selber schon. In den Kalkalpen Apartments haben wir am Tag bevor wir zum Admonter Haus gewandert sind übernachtet. Und in der Nationalpark Gesäuse Lodge am Tag nachdem wir beim Buchsteinhaus waren.
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TRANSPARENZ
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